Shanaya, Mau & Gizmo



Es war im Oktober 2004 als ich etwas nervös mit meinem Mann und unserer zweijährigen Tochter Jessica Richtung Boppelsen aufbrach, um unsere neue kleine Pelznase abzuholen. Einige Tage zuvor war ich bereits mit meinem kleinen Mädchen auf dem Katzenhof zu Besuch und durfte die vielen Katzen, und natürlich auch Frau Kern persönlich kennen lernen. Bis dahin kannte man sich nur vom Telefon. An diesem Nachmittag verliebte ich mich gleich in zwei kleine Katzenmädchen. In eine sehr hübsche silber-getigerte Katze und in eine höchst liebenswerte kleine Katze, welche nur noch einen Stummelschwanz hatte. Obwohl wir lange zu Besuch waren, konnte ich mich an diesem Nachmittag nicht für das eine oder andere Katzenmädchen entscheiden, und so fuhr ich erst einmal wieder nach Hause. Zuhause angekommen diskutierte ich die ganze Situation mit meinem Mann und zusammen sahen wir uns die beiden Kätzchen auf der Internetseite noch einmal genauer an. Meinem Mann gefiel auf Anhieb das silber-getigerte Kätzchen und nach einigem hin und her haben wir dann beschlossen, dieses zu adoptieren.

Jetzt aber war es soweit und wir konnten unsere Samtpfote endlich abholen. Mit gemischten Gefühlen fuhren wir auf dem Vorplatz des Katzenhofes vor. Ich war mir nicht sicher, ob ich mit der Anschaffung einer kleinen Katzendame wohl das richtige tue. An dieser Stelle muss ich wohl noch erklären, dass zu diesem Zeitpunkt bei uns Zuhause bereits zwei Katzenherren wohnten. Gizmo ein 9jähriger Perserkater und Mau ein 7monatiger kleiner Lausbuub. Gizmo wohnte lange Zeit alleine bei uns bis wir eines Tages auf die wohl dümmste Idee kamen, ihm ein Katzenbaby als Spielkameraden anzuschaffen.

Anfangs ging alles noch gut, doch der Mau wuchs schnell und mit dem Heranwachsen wurde er auch immer frecher und überforderte dadurch den alten Gizmo extrem. Der alte Kater wusste bald nicht mehr wohin. Überall schien der übermütige Mau zusein und es war ihm gar nicht mehr wohl bei uns. Das war der Zeitpunkt, als ich zum erstenmal mit Frau Kern telefonierte. Sie erkannte das Problem des überforderten alten Katers sofort und riet mir dazu, eine junge Kätzin, welche etwa im Alter von Mau war, zu den Beiden hinzuzunehmen. Frau Kern sage mir voraus, dass Mau sich nach der Eingewöhnungszeit mehr an die jüngere Gefährtin halten würde und so für Gizmo wieder etwas Ruhe einkehren könnte. So fuhr ich nun also mit gemischten Gefühlen vor. Einerseits in der Hoffnung, Gizmo könnte sich durch den Neuzugang wirklich wieder etwas entspannen, zum anderen aber in der Angst, er könnte dann von beiden jungen Katzen durch das ganze Haus gejagt werden. Nach einigen Formalitäten und Gesprächen war es dann endlich so weit und wir konnten hoffnungsvoll unsere silber-getigerte Kätzin Shanaya mit nach Hause nehmen.

unsere Shanaya


Zuhause wurde Shanaya auf Anraten von Frau Kern erst einmal in einem separatem Zimmer, welches mit einer Gittertüre versehen war, untergebracht. Ihr schien das überhaupt nicht zu passen. So wie es aussah wollte sie viel lieber ihr neues Zuhause inspizieren. Auch Mau war sichtlich angetan von der schönen Shanaya. Stundenlang lag er vor der Gittertüre und mauzte fein zu der kleinen Katzendame. Auch Gizmo setzte sich vor die Türe. Doch sein Interesse war nicht sonderlich gross. Bald schon verzog er sich wieder auf seinen Lieblingsplatz und kümmerte sich nicht weiter darum. Nach drei Tagen liessen wir Shanaya aus dem Zimmer. Sofort setzte sie sich aufs Sofa und man hätte meinen können, sie würde schon Jahre bei uns zu Hause wohnen. Sie bewegte sich so selbstsicher und ohne irgendwelche Angst zu zeigen im ganzen Haus umher. Auch Mau schien sichtlich begeistert von der keinen Shanaya. Sofort verwickelte er sie in ein erstes Spiel. Wir wunderten uns wirklich, wie unkompliziert unsere beiden Katzenherren mit der kleinen Shanaya umgingen und sie mit ihnen.

Bald schon verflogen auch meine Ängste der arme Gizmo könnte noch mehr gestresst werden, denn Mau hatte nun für Gizmo überhaupt keine Zeit und kein Interesse mehr übrig und wollte viel lieber mit der quitschlebendigen Shanaya durch das ganze Haus toben. Gizmo war das natürlich mehr als recht und er geniesst jetzt sichtlich seine Ruhe. Wenn es aber bei Mau und Shanaya mal etwas zu laut zu und her geht, geht Gizmo um nach dem Rechten zu sehen. Aber bald schon springt er dann jeweils wieder auf das Sofa, setzt sich bei meinem Mann auf den Bauch und geniesst die Streicheleinheiten.

Durch den Einzug von Shanaya wurde das Leben unter den Katzen wieder viel harmonischer. Und dafür bin ich sehr dankbar. Aber es gibt auch noch eine andere positive Entwicklung zu berichten. In meinem Glauben, eine Katze müsse doch, wenn irgendwie möglich unbegrenzten Freigang geniessen können, liess ich den Mau früher täglich vor die Türe. Meistens waren ich und meine kleine Tochter dann auch draussen und hatten ein Auge auf den kleinen Mau. Aber manchmal, da ging er auch alleine raus. Jedes Mal hatte ich ein ungutes Gefühl und war froh, wenn der kleine Kater wieder ins Haus wollte. Erstaunlicherweise kam er meistens nach 10 oder 15 Minuten von selber wieder vor die Türe und wollte Einlass. Trotzdem hatte ich jedes Mal wenn er raus ging enorme Angst um ihn - wohl auch, weil mein kleines Mädchen so stark an ihm hängt. Frau Kern machte mich damals auf einen Text auf ihrer Internetseite aufmerksam. "Wie viel Freiheit...?" Und sie hat mich dazu ermutigt, den Versuch zu starten, den Mau nach dem Einzug von Shanaya vorläufig im Haus zu behalten und ihn momentan nicht mehr nach draussen zu lassen. Ich probierte es aus und stellte erfreut fest, dass Mau gar kein so grosses Bedürfnis hatte nach Draussen zu gehen. Mittlerweile sind drei Monate vergangen und Mau geniesst sein neues "Wohnungsleben" mit Shanaya und Gizmo in vollen Zügen. Trotzdem geht er von Zeit zu Zeit noch nach draussen - jedoch nicht mehr jeden Tag, und auch jetzt noch steht er meistens nach 15 Minuten wieder vor der Matte, wohl in dem Wissen, dass drinnen seine Shanaya auf ihn wartet.

Mau und Shanaya bei ihrem täglichen Spiel


Wir sind sehr froh, haben wir der kleinen liebenswerten Shanaya ein neues Zuhause gegeben. Sie hat das Leben der Katzenherren und natürlich auch unseres so positiv verändert, dass wir sie niemals mehr hergeben würden. Auch ist sie wohl die anhänglichste und liebste Katzendame die uns je über den Weg gelaufen ist, obwohl sie auch ihre kleinen Macken hat. Aber wer hat diese schon nicht? Im Gegensatz zu Mau, welcher sehr auf unsere kleine Tochter fixiert ist und Gizmo der lieber meinen Mann bevorzugt, scheint Shanaya in mir ihre Bezugsperson gefunden zu haben. Wo ich bin da trifft man auch meistens Shanaya an und mit ihrer, schon fast aufdringlichen Anhänglichkeit, ist sie bei mir genau an der richtigen Adresse. Aber auch mit unserer Tochter Jessica hat sie sich vom ersten Tag an gut verstanden - und haben früher nur Jessica und Mau einen Mittagsschlaf zusammen gehalten so ist nun auch noch eine Dritte mit im Bunde - Shanaya!

Wer weckt mich denn da?                                            Ohne Worte!

Na dann, mach ich erst mal Katzenwäsche


Liebe Frau Kern, nochmals vielen herzlichen Dank für ihre gute Beratung. Wir wünsche ihnen eine lange Gesundheit und viel Kraft, damit sie sich auch weiterhin so für heimatlose Katzen stark machen können, und ihnen zu einem schönen Leben verhelfen können.

Liebe Grüsse
Familie Weisskopf


Copyright C. Weisskopf 29.01.2005