Saphira


Vor genau 2 Wochen haben wir unser neues Familienmitglied SAPHIRA zu uns geholt. Sie ist eine ganz hübsche Dame, jedoch absolut scheu. Wir haben ihr ein Zimmer (in welchem sie ungestört sein kann) eingerichtet und den Türeingang mit einem "Netzgestell" abgetrennt, damit sie sich an unsere Stimmen gewöhnt, unser Kater sie noch in Ruhe lässt und vorallem dass sie sich alle Zeit nehmen kann, um sich an ihr neues Heim zu gewöhnen.
Sie war so scheu, dass wir gar nicht merkten, dass jemand in diesem Zimmer ist..... Wir bekamen sie jedenfalls nicht zu sehen - sie hat alle Verstecke gefunden.... Jedenfalls haben wir ihr ca. 5 Fressnäpfe mit je 15 Stk. Katzenbiscuits, überall im Zimmer verteilt, hingestellt. So haben wir die "Kontrolle", wo sie - und vorallem, dass sie sich bewegt. Wir nennen das nun den "Napf-Parcourt" !

Unser Kater Jepp beobachtete das alles immer ganz genau durch dieses Netzgestell. Er schläft in der Nacht sogar vor diesem Gestell, zeitweise gurrt er wie eine Taube....ob das wohl schon Katzenliebe ist..?? Seit einer Woche darf er Saphira jeden Abend im Zimmer besuchen, um sie anzuschauen. Beide scheinen zu verlegen und zu scheu, um sich zu beschnuppern....


In der Nacht erwachen wir oft, da die scheue, zierliche Saphira, man staune: das ganze Zimmer, Spielsachen, Kratzbaum und alles drum und dran unsicher macht. Sie rennt ihre Runden, testet den Kratzbaum in seiner Stabilität, spickt Ping-Pongbälle gegen die Fussleisten....
Es ist herrlich mitanzusehen und zu spüren, dass sie sich offensichtlich wohl bei uns fühlt und langsam aber sicher aus sich heraus kommt! Sie hat nun auch mit uns angefangen zu spielen. Dabei vergisst sie, dass sie eigentlich sehr scheu ist... Sie scheint überzusprudeln vor Spass und lässt ihrem Spieltrieb völlig freien Lauf !! Wenn sie genug hat, dann liegt sie völlig ausgestreckt vor uns hin, gähnt 2-3 Mal, dreht sich auf den Rücken und rollt dann völlig zufrieden hin und her.
Wir sind überzeugt, dass sie uns damit ihren Dank sowie ihr Gefühl von Sicherheit damit ausdrücken will. Anfassen und Schmusen - von dem will sie noch nichts wissen, wir lassen ihr soviel Zeit, wie sie braucht, denn ihre Körpersprache verrät uns bereits alles......und das alleine macht uns sehr glücklich.

Saphira - Teil 2

Inzwischen sind 2 Monate vergangen und es hat sich einiges getan. Saphira räumte in der 3. Woche das "Netzgestell" um. Damit war klar, sie war nun soweit und wollte sehen, was sich ausserhalb ihres Zimmers befindet. (Wie sie das mit dem Netzgestell fertig brachte ist uns nicht ganz klar - wobei irgendwie schon, denn sie verblüfft uns immer wieder aufs Neue)

In unserer ersten Geschichte haben wir erzählt, dass sie eine richtige Dame ist. Das müssen wir korrigieren. In Wahrheit ist sie ein riiiiiesen Schlitzohr, die es faustdick hinter den Ohren hat !! Sie ist sehr neugierig. Alles muss genauestens beschnuppert, beobachtet und "bepfotet" werden. In unseren Kater Jepp ist sie übrigens über beide Ohren verliebt. Sie stupst ihren Kopf an seinen, streicht sich an ihm entlang, rollt sich vor ihm am Boden hin und her.......und er verhält sich wie ein Macho! Wenn er von den Annäherungsversuchen genug hat, beisst er sie jeweils ins Bein - und sie watscht ihm mit der anderen Pfote eine direkt ins Gesicht. Es ist köstlich, den beiden zuzusehen.


Dann wiederum attackieren sie gemeinsam den Kratzbaum, spielen mit den Stoffmäusen oder sausen sonst im Haus hinauf und hinunter. Saphira hat entdeckt, dass sie nicht die ganze Treppe hinunterspringen muss, nein nein, sie ist viel schneller, wenn sie die letzten paar Stufen weglässt und stattdessen durchs Geländer hüpft. (Schlitzohr ist gar nicht so weit daneben, oder ??)
Essen bettelt sie übrigens wie eine Grosse vom Tisch.(Zugegeben, sie macht Jepp alles nach) Ihm vertraut sie absolut. Was er macht, macht sie auch.

Anfassen können wir Saphira nach wie vor noch nicht. Katzenbiscuits nimmt sie uns aber bereits aus der Hand. Somit geben wir den beiden häufig über den Tag verteilt Trockenbiscuits von Hand..... Das ist ein tägliches Ritual, das uns jedesmal wieder etwas näher bringt, bzw. die Nähe und das Vertrauen festigt. Ganz herzig ist, wenn wir sie rufen, sie uns zurückmiaut und dann auftaucht. Auch wenn sie Nähe noch nicht zulässt, ist sie sehr sozial. Sie ist immer in dem Zimmer, wo wir sind, liegt unter dem Salontischli, wenn wir auf dem Sofa sind und seit neustem schläft sie unter unserem Bett in der Nacht.


Gestern Nacht ist Jepp zu mir aufs Kopfkissen schlafen gekommen und Saphira hat es sich auf meinem Rücken, laut schnurrend, bequem gemacht. Unglaublich oder? Wie schon gesagt, sie verblüfft uns einfach immer wieder aufs Neuste !! Herrlich !!!
Wir sind erleichtert und sehr froh, dass wir für Jepp das richtige Schlitzohr ausgesucht haben, und überglücklich für Saphira, dass es ihr bei uns offensichtlich gefällt und sie sich wohl und vertraut fühlt. Zuletzt auch für uns, Freude, die wir täglich mit den beiden erleben dürfen.


Und täglich die Bestätigung zu erleben, das richtige gemacht zu haben: einer scheuen Katze die Chance geboten zu haben !!!!!! (Mit viel Geduld und Zeit werden diese Katzen einem, zum für sie richtigen Zeitpunkt, ihre Zuneigung, Offenheit und vor allem unendliche Dankbarkeit spüren lassen - ist das nicht das schönste Geschenk an uns??)


Neues von Saphira Sommer 2003

Guten Tag Frau Kern
habe soeben Mittagspause und somit endlich Zeit, Ihnen ein paar Zeilen zu schreiben. Ich freue mich, Ihnen ganz viele positive Feedbacks über Saphira zu berichten. Es ist ja schon eine Weile her, als ich Ihnen das letzte Mal telefoniert habe.

Also die "Katzenzusammenführung" Jepp und Saphira hat sehr gut geklappt. Nachdem beide ihre Scheu abgelegt hatten, beschnupperten sie sich, nach und nach fingen sie an zu spielen. In der 3. Woche räumte die kleine zierliche Saphira das Netzgestell um, keine Ahnung wie sie das fertig brachte.... Sie war soweit und wollte sehen, was sich ausserhalb des Zimmers befindet. Zwei Tage zuvor miaute sie wie am Spiess - und guckte durchs Gestell durch. Sie hat uns also damit gesagt, dass sie für den nächsten Schritt soweit ist. Wir haben sie leider nicht verstanden, bzw. trauten ihr das schlichtweg noch nicht zu - also räumte sie eben das Gestell selber um.

Das war Anfangs März 2003. Mittlerweile ist sehr viel passiert. Saphira und Jepp sind verliebt ineinander. Die haben sich ganz eng befreundet - obschon Jepp sich wie ein Macho verhält, ihm gefällt es offensichtlich sehr, so umworben zu werden.....
Saphira ist eine wunderbare Katze; sie ist sehr intelligent. Sie versteht es, ihre klar bestimmende Art auf eine sehr charmante Weise uns "aufzudrücken", so dass wir das eben nicht mal mehr so empfinden..... Beachtliches psychologisches Vorgehen dieser Katze!! Sie lässt uns als Helden fühlen, dass wir uns so stramm halten, sie nicht zu bedrängen mit Anfassen.....dabei ist sie unsere Heldin, die uns genau vermittelt, wie weit sie ist und wir halten uns an ihre Regeln...!!

Wir haben noch nie erlebt, dass eine Katze uns so deutlich zeigen kann, was sie will. Wir haben von ihr gelernt, mit allem was sie macht, braucht sie extrem viel Vertrauen. Katzensbiscuits isst sie uns aus der Hand, sie kommt sogar auf den Schoss und bleibt ganz ruhig, während sie die Biscuits geniesst.


Drückt die Augen zu und schnurrt. Sie schläft bei uns auf dem Bett, am Morgen liegt sie mir jeweils auf der Brust, bis ich mich durchringe, aufzustehen. Aber nie fassen wir sie an. Sie vertraut uns also.

Vor einer grossen Entscheidung standen wir, als sie uns mitteilte, dass sie mit Jepp nach draussen will. Zuerst haben wir so getan, als würden wir sie übersehen.....aber das klappte nicht, denn sie folgte uns Schritt auf Tritt, blieb vor uns stehen und schaute uns fordernd an.

Wir entschieden uns, sie am folgende Wochenende ins Freie zu lassen. Nervös und ängstlich haben wir ihr die Sitzplatztüre geöffnet.


Frau Kern, das hätten Sie sehen sollen: Saphira ging ganz langsam nach draussen, liess sich auf die Platten fallen und wälzte sich sicher fünf Minuten lang.... Sie blieb den ganzen Tag und Abend bei uns auf dem Sitzplatz, direkt bei unseren Füssen unter dem Tisch.

Mittlerweile geht sie mit Jepp auf Touren.


Die beiden sind sehr oft zusammen. Sie spielen auf unserem Rasen wie kleine Kinder. Durch die Verfolgungsjagden um den Strauch haben wir keinen Rasen mehr, sondern eine Erd-Sprintbahn.... Die beiden hinterlassen Spuren, an denen wir eigentlich keine Freude haben - komischerweise erfüllen sie uns aber!

Tagsüber ist Saphira jedoch im Haus, am späteren Nachmittag bis Abend darf sie nach draussen, oder anders gesagt, immer dann, wenn wir zu Hause sind.


Wir hätten nie gedacht, dass Saphira interessiert ist, mit uns/zu uns so schnell eine Katzen-Mensch-Beziehung aufzubauen.

Ob das wohl der Punkt war? Sie konnte, bzw. kann immer noch das Tempo der Fortschritte angeben. Wir drängen sie nicht zu etwas.

Es freut uns sehr, dass sie uns an der Haustüre begrüssen kommt, sie immer dort ist, wo wir sind. Wenn wir sie rufen, kommt sie. Selbst wenn sie draussen ist. Sie gehorcht wahnsinnig gut. Das Glück haben wir auch mit Jepp. Die beiden sind überaus clevere Katzen, den Urinstinkt einer Katze in sich, welchen sie draussen und drinnen ausleben, dann wiederum den Charme, mit dem sie uns um den Finger wickeln....... wahrscheinlich ein gesundes Gemisch, um mit uns in Gemeinschaft zu leben!

Und was ich Ihnen unbedingt und vor allem erzählen möchte: gestern hatte ich einen Glücksabend: wie immer habe ich Saphira Katzenbiscuits von Hand gefüttert und mit ihr gepläuderlet. Da habe ich versucht, sie zu streicheln. Sie genoss es nicht, ganz klar, aber sie hat es geduldet. Ich durfte sie das erste Mal anfassen, ohne dass sie weggehüpft ist, wenn die Hand zu nahe kam.

Ihr Fell ist sooooooo fein, es fühlt sich exklusiv an, sie zu berühren. Es ist herrlich !!!!!

Wir sind überzeugt, auf dem richtigen Weg mit ihr zu sein. Es erfüllt uns wirklich, dass wir Saphira "adoptiert" haben und sie sich bei uns so richtig auslebt! Verliebt in Jepp ist, uns um den Finger wickelt, und einfach ihr Gefühl von Glücklichsein uns vermittelt.

In diesem Sinne grüssen wir Sie ganz herzlich, hoffen, dass es Ihnen auch gut geht. Wir melden uns wieder bei Ihnen! Eine ganz gute Zeit - und einen nicht-allzu-heissen-Sommer wünschen wir Ihnen.

Liebe Grüsse aus Kulm, Brigitte & Zarko, Saphira & Jepp

Copyright Brigitte Hirsbrunner 21.09.03