Die Geschichte von Samira


Am 27.3.99 ist Samira, fast ein Jahr alt, auf den Katzenhof gekommen. Sie hatte noch einen roten halbangora Bruder und eine blaugraue halbangora Schwester. Sie sind beide schon lange vermittelt. Samira hat zwar nicht das halblange Haar ihrer Geschwister, dafür ein extrem dickes und dichtes Fell wie ein Bärchen. Scheu waren sie alle drei aber die grössten Schwierigkeiten, Menschen zu trauen, hatte Samira.
Aus diesem Grund ist sie erst nach zwei Jahren, am 19.3.01, zum ersten Mal vermittelt worden. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich sie hochnehmen, tragen, ihr Medikamente verabreichen, Ohrmilben behandeln, was eine besonders heikle Angelegenheit ist.
Wenn ich mit ihr geschmust habe, ist sie vor Glück fast ausgeflippt und hat geschnurrt wie verrückt. Trotzdem sie hier am Tag frei in den Garten konnte, wenn sie wollte, schien sie sich am neuen Ort als reine Wohnungskatze mit Balkon, sehr wohl zu fühlen. Mit dem in der Wohnung lebenden Kater kam sie gut zurecht, wenngleich sie sich auch nicht liebten. Das dauert bei zwei Katzen meistens etwas länger. Mit der Wohnungsbesitzerin, einer ganztags beruftätigen Frau, klappte es weniger. Die alte Angst vor Menschen war wieder da.

Ich verstehe zwar, dass Frau G. sie am 08.10.01 wieder zurück auf den Katzenhof gebracht hat, denn ein halbes Jahr ist eine lange Zeit, aber für eine sehr scheue Katze nicht lang genug. Sie benötigt noch mehr Zeit um Vertrauen zu einem fremden Menschen aufzubauen.

Als Samira wieder zu Hause war, liess sie nicht erkennen, ob sie froh oder unglücklich war. Sie benahm sich, als ob sie nie weg gewesen wäre.
Es ist zu befürchten, dass Samira für immer auf dem Katzenhof bleiben muss. Menschen, die ihr mehr als ein halbes Jahr Zeit lassen sich an sie zu gewöhnen, sind rar. Wenn so ein Wunderwesen von Mensch auftauchen, sie einpacken und nach Hause tragen würde, hätte er garantiert irgendwann eine besonders zärtliche und liebevolle Katze.

Am 12. Dezember 2002 konnte Samira vermittelt werden.
Unser neues Zuhause:Samira

© Isabella R. Kern