Lupa ist nicht mehr allein, Zampa ist da

Liebe Frau Kern
Da ich gerade ein paar Minuten Zeit habe, hier ein paar Zeilen zum Einleben von Zampa in unserem Haus.
Den Namen Zampa haben wir gelassen, da wir uns schon so dran gewöhnt hatten, aber ich verwandele ihn eh immer in Zampalina oder so etwas, wenn ich mit ihr spreche.


Sie ist jetzt seit ca. 10 Tagen bei uns und wir sind sehr zufrieden, da wir uns über tägliche Forschritte des Vertrauengewinnens freuen können. Die ersten Tage war sie tagsüber eigentlich nicht zu sehen, dafür kam sie, sobald es dämmrig wurde, an das Gitter in ihrem Zimmer und machte sich lautstark bemerkbar. Wir konnten schon nach ein paar Tagen prima mit ihr spielen (ohne sie anzufassen und ohne ihr zu nahe zu kommen) und sie geniesst es offensichtlich, wenn man einfach bei ihr ist und leise mit ihr spricht. Dann klettert sie auf den Katzenbaum, legt sich gemütlich hin und hört zu.

Von Anfang an hat sie prima gegessen und das Klo benutzt - ohne Durchfall. Also völlig unproblematisch.
Mit Lupa klappt es ganz gut. Am Anfang haben sich die beiden nur beschnüffelt, ansonsten aber weitgehend ignoriert. Nach einer Woche haben wir Lupa in das Zimmer gelassen. Dort war eigentlich keine grosse Kontaktaufnahme zu verzeichnen, aber beide Katzen gingen sehr entspannt miteinander um. Lupa ist manchmal etwas zu wild oder voreilig und springt Zampa von hinten an, was diese dann gar nicht schätzt und faucht. Seit gestern darf Zampa aus ihrem Zimmer und erkundet das Haus. Jetzt merkt man Lupa an, dass sie das mehr interessiert, dass ihre kleine Spielkameradin nun überall herumläuft und das Revier erkundet. Sie verfolgen sich auf den Treppen (Zampa ist erstaunlich schnell trotz Behinderung) und Zampa wehrt sich lautstark, wenn es ihr zu viel wird. Im Grossen und Ganzen haben wir das Gefühl, dass die beiden sich gut zusammenraufen werden. Gestern Abend hat Lupa den Schwanz von Zampa geleckt, da waren wir natürlich ganz entzückt.

Wenn Zampa jetzt auch tagsüber mal herauskommen würde (sie hat gelernt, den Schiebeschrank in ihrem Zimmer zu öffnen und versteckt sich tagsüber gerne hinter dem langen Wintermänteln…) würde uns das natürlich sehr freuen. Aber wir geben ihr alle Zeit, die sie braucht, wir haben es ja überhaupt nicht eilig. Ich freue mich schon jetzt auf den Moment, in dem ich ihr Baufell so richtig durchknuddeln kann, schon jetzt wälzt sie sich verführerisch vor mir auf dem Schreibtisch und zeigt ihren Bauch, aber ich traue mich noch nicht so richtig. Lasse sie statt dessen an meiner Hand schnuppern und warte, bis sie mir deutlich zeigt, dass sie gestreichelt werden möchte.


Sie sehen, Ihrem kleinern Liebling geht es gut, ich denke, sie fühlt sich wohl bei uns. Nach einiger Zeit fällt das "Humpeln" kaum noch so auf.

Liebe Grüsse B. Scholl


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PHILIA im Regenbogenland


Für Philia

Der 21. Juli war kein guter Tag, Philia, denn Du warst zur falschen Zeit am falschen Ort,
dabei wolltest Du doch nur wie immer den Faltern zusehen, ab und zu hochspringen, um einen zu schnappen,
vorsichtig wie Du warst, spielen mit allen Blättern, die sich fanden
oder mit der Vorderpfote die Ameisen sanft herumschieben
Verwunderung im Gesicht und Freude, dass Du draussen warst und andere Tiere um Dich herum,
Dich auf den Boden werfen bei Artgenossenkontakt, untypisch sanft und freundlich,
den Punktebauch in die Sonne halten und gestreichelt werden.

Der 21. Juli war kein guter Tag, Philia, denn es kam der falsche Mann zum falschen Ort,
dabei konntest Du es nicht erwarten herauszugehen und hast am Fenster miaut,
bis endlich die Tür aufging und ich Dich zum letzten Mal sah, mit Deinem uneleganten Gang, eilig, in die Sonne zu kommen, mit Vorfreude auf den Sommertag im hübschen Gesicht
gespannt, was der Tag bringt an Abenteuern in Deiner kleinen Welt.

Der 21. Juli war kein guter Tag, Philia, denn ein Hund (abgerichteter Jagdhund) fand Dich am falschen Ort,
Du wie so oft voller Angst, die grossen grünen Augen aufgerissen, nicht fähig zu entwischen, überrascht und schockiert,
Dich windend in Todesangst, den Biss im Genick, Dein Geist hoffentlich schon nicht mehr hier,
später steif, äusserlich schön, noch warm, am Container, allein, Hund und Mann nicht mehr da, dafür wir,
weinend, um Dich, einzigartig, getigert, geliebt.

Der 21. Juli war für uns alle kein guter Tag, kleine Philia.

Schlaf gut, meine Süsse.

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Lupa & Philia




Am 25. Januar 2003 sind zwei Katzen bei uns in Berikon eingezogen! Das Büro hatten wir als separates Zimmer vorbereitet, um sie dort in der ersten Woche an alles zu gewöhnen: Futterecke, Katzenbaum, Toilette, Spielzeuge, alles war parat. Nach 30-minütiger Fahrt vom Katzenhof, während der Lupa lautstark protestierte und versuchte, aus Ihrem Tragekorb auszubrechen und Philia in einen bewegungslosen Schockzustand versetzt schien, waren wir froh, den beiden ihr neues Heim zu präsentieren.

Lupa sprang direkt aus dem Korb, ab ins Katzenklo (sehr gut erzogen, hat uns gefreut!) und inspizierte die neue Umgebung. Sie strich uns um die Beine und war, wie auch schon im Katzenhof, zutraulich und verschmust. Philia lag plattgedrückt im Korb, kam erst nach einiger Zeit heraus und robbte dann, Bauch runter, vorsichtig den Boden entlang, bis sie hinter dem Schreibtisch ein sicheres Versteck fand. Dort blieb sie den ersten Abend und war nur zur Futterzeit ein paar Schritte für 1-2 vorsichtige Häppchen hervorzulocken. Die nächsten zwei Tage verbrachte sie auf dem oberen Tableau des Katzenbaumes, kam aber offensichtlich zum Essen und Klogang runter, aber nur, wenn wir nicht da waren.


Am dritten Abend, oh Wunder, als wir mit Lupa ihr geliebtes Schnürchenspiel spielten, bewegte sich Philia Richtung Boden und wollte offensichtlich mitspielen, was uns natürlich sehr freute und was wir ihr gerne erlaubten. Lupa war anfangs nicht so begeistert, dass noch eine andere Katze unsere Aufmerksamkeit beanspruchte, und es gab einiges Gefauche und Gehaue. Die Eifersuchtsanfälle dauern bis heute an. Lupa ist eindeutig die dominierende Katze, Philia muss einiges einstecken. Manchmal können wir jedoch schlecht zwischen Spiel und Ernst unterscheiden. Wir haben jedoch das Gefühl, dass die beiden sich langsam näher kommen. Das wäre auch wünschenswert, denn wir haben uns ja extra zwei Katzen zugelegt, damit sie es gut miteinander haben, wenn wir tagsüber nicht da sind.

Ein wunderbares Erlebnis hatten wir nach einer knappen Woche: Philia liess sich streicheln! Im Katzenhof konnten wir sie nicht anfassen, sie war das ganze Gegenteil von Lupa, aber ein inneres Gefühl (und natürlich das gute Zureden von Frau Kern, das aus Philia noch mal eine richtige Schmusekatze wird, die Frage sei nur, wann) sagte uns, dass diese Katze für uns genau richtig ist. Denn schon im Katzenhof schaute sie immer listig um die Ecke und warf sich auf den Boden, wie um zu signalisieren: Ich will schon mit Euch, trau mich aber noch nicht so ganz. Die bestätigte sich nun nach kürzester Zeit. Jetzt, nach noch nicht einmal drei Wochen, zeigt sie uns regelmässig, wann sie Streicheleinheiten braucht und verfolgt uns fast so hartnäckig auf Schritt und Tritt wie Lupa.


Nach einer guten Woche haben wir die Tür vom Büro geöffnet. Jetzt können die beiden im ganzen Haus rumtoben, was sie mit sichtlichem Vergnügen tun. Besonders auf den Treppen sausen sie rauf und runter oder einem Tischtennisball auf dem Plattenboden nach. Es ist angenehm, sie immer bei uns zu haben und sie lassen sich wirklich nichts entgehen. Selbst die anfangs drohenden Badezimmergeräusche sind jetzt weniger einschüchternd geworden, so dass man nicht mehr die Sicherheit des Katzenbaumes aufsuchen muss. Wir versuchen, sie vom Pflanzenknabbern und Gardinenspringen abzuhalten, was uns nicht immer gelingt. An unserem Tonfall hören sie jedoch genau, wenn sie etwas Verbotenes getan haben und verkriechen sich - kurzfristig - unter dem Sofa. Wir schaffen es nicht, ihnen länger böse zu sein, und sie sind auch nicht nachtragend.

Mit Lupa geht es morgen zum Tierarzt. Sie braucht die 2. Leukose-Impfung und Ihr Fressverhalten macht uns etwas Sorgen. Sie ist sehr zart und isst nicht besonders viel, hat ab und zu etwas Durchfall und niest. Das wollen wir jetzt mal anschauen lassen. Sonst ist sie jedoch quicklebendig, was uns sehr beruhigt. Wir haben das Gefühl, dass sie dermassen neugierig und aktiv ist, dass ihr kaum Zeit zum Essen bleibt. Sehr zur Freude von Philia, die sich mit Genuss über die Reste hermacht und zunehmend rundlicher wird. Da wird wohl bald eine Katzendiät nötig werden …

Copyright Britta und Philipp Scholl 05.02.2003