Joya & Milena




27.05.04

Nun sind Joya und Milena schon fast 2 Monate bei mir. Die beiden armen Wohnungskatzen waren fast ein Jahr auf dem Katzenhof, weil sich nie jemand fand, der sie zusammen nehmen wollte. Für mich schienen sie mir ideal, denn sie waren bereits 1.5 Jahre alt, waren noch nie draussen und ein hübsches, gegensätzliches Päärchen.

Ich holte sie am Ostersamstag ab und hatte überhaupt keine Mühe, ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie haben sich sehr gut eingelebt, haben ihre Stammplätze und bestechen durch ihre völlig unterschiedlichen Charaktere. Joya ist unheimlich anhänglich, kann jedoch auch sehr schnell beleidigt sein und straft einen dann mit Sich-nicht-streicheln-lassen-wollen oder Knurren. Ist Joya's Welt jedoch in Ordnung und sie bekommt die nötige Aufmerksamkeit, liegt sie nicht selten mit ausgestreckten Beinen rücklings auf dem Boden und lässt sich stundenlang kraulen - an Stellen, die manch andere Katzen in die Flucht schlagen würden.


Milena ist nach wie vor zurückhaltend und misstrauisch gegenüber Fremden. Allerdings hört sie auf ihren Namen, antwortet mit fröhlichem Miauen und eilt herbei. Gestreichelt wird sie immer gerne. So gerne, dass sie der Hand oder der Bürste förmlich entgegenhüpft. Im Gegensatz zu Joya ist sie sehr viel unempfindlicher und eigenwilliger.
Die arme Joya kämpft immer wieder mit Magenproblemen und Durchfall, obwohl sie nach wie vor nur Trockenfutter erhält. Beim Tierarztbesuch wurde ausserdem festgestellt, dass sie an einem Hautpilz leidet. Die Behandlung mit den entsprechenden Medikamenten musste ich allerdings sofort absetzen, weil sie sie nicht vertrug. Sie bekam eine regelrechte Darmentzündung. Es wurde so schlimm, dass ich sie einmal mehr zum Tierarzt fahren musste und sie dann Antibiotika bekam. Beim Tierarzt war sie übrigens ein Riesenschatz. Solange sie gekrault wurde, lag sie völlig entspannt auf dem Behandlungstisch und liess die ganze Untersuchung ohne Murren über sich ergehen. Dr. Schenker meinte, sie habe einen ganz speziell liebenswerten Charakter.

Inzwischen geht es Joya besser, doch noch immer muss man sehr gut aufpassen, was sie frisst und dass sie sich nicht aufregt. Gestern erwischte sie ein Stück Brot, das sie aus der Einkaufstasche stahl, und prompt erbrach sie heute morgen wieder. Sie ist unheimlich verfressen, nur leider verträgt sie nicht immer, was sie stibitzt. Da ihr all die Medikamente nich bekommen und sie so empfindlich ist, werde ich es wohl einmal mit Homöopathie versuchen. Durch die lange Zeit im Tierheim und den plötzlichen Wechsel in eine neue Umgebung ist ihr Gleichgewicht völlig durcheinander, und sanfte Behandlungsmethoden sind da sicher angebracht. Aber auch wenn Joya im Moment etwas ein Sorgenkind ist, würde ich die beiden Katzen nicht wieder hergeben. Sie begrüssen mich jeden Morgen und jeden Abend, und wenn ich am Wochenende auf dem Balkon sitze, setzen sie sich hinzu und geniessen den Halbschatten. Ich bin überzeugt, dass sie sich sehr wohl fühlen, denn sie sind immer um mich herum. Auch die Nachbarn sind völlig begeistert von den beiden, und die Nachbarstochter hat für Milena ein Deckchen gestrickt, auf das sie sich legen kann. Übrigens habe ich nie wieder Fliegen im Haus - die beiden sind sehr geschickte Fliegenfänger!

Gruss vom Mutschellen
Corinne Egloff









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