Katzengeschichte

Unser neues Zuhause

 

Paloma, Anouk & Lilli

 

 

Vorgeschichte

 

Schon lange haben wir mit dem Gedanken gespielt, Katzen bei uns aufzunehmen. Da wir beide berufstätig sind, kam für uns nur ein Paar in Frage.

 

Nach einem ersten Telefongespräch mit Frau Kern besuchten wir Ende November 07 das Katzenheim in Boppelsen.

 

Wir haben da viele Katzen kennengelernt, u.a. Paloma, eine aus Italien stammende Katze. Sie hat sich regelrecht an Daniela festgekrallt (Wahrscheinlich dachte sie: "Bitte nimm mich mit!"). Dies war nicht erstaunlich, da Paloma doch seit Anfang Jahr im Heim war und nie ausgewählt wurde.

Zu Paloma gehörte Anouk, welche wie die kleinere Kopie von Paloma aussah, jedoch im Gegensatz sehr scheu war.

 

Lilli haben wir gezielt gesucht, da wir sie von der Homepage kannten und sie uns wegen ihrer Farbe und schönen Gesichtszeichnung interessierte.

Sie ist eine Perser-Mischling-Katze, wobei der Perser nicht sehr ausgeprägt ist. Frau Kern erklärte, dass Lilli eher eine ruhige, für gewisse Leute sogar eine langweilige Katze ist. Sie hat aber den Vorteil, dass sie sich mit jeder Katze verträgt und sie deshalb einfach mit einer anderen Katze "kombinieren" lässt.

Lilli hat sich am Besuchstag nicht wirklich interessiert gezeigt. Man hatte nicht das Gefühl, dass sie vermittelt werden will.

 

So gingen wir mit vielen Eindrücken nach Hause und wir waren nicht sicher, welches Paar wir nehmen sollen.

 

Nach langen Überlegungen haben wir uns entschlossen, das Italo-Pärchen Paloma & Anouk zu nehmen und zusätzlich Lilli, also 3 Katzen.

Als wir Frau Kern von unserem Entscheid informierten war sie sehr begeistert.

 

Am 3. Dezember 07 war es dann soweit. Wir hatten unsere Wohnung katzengerecht eingerichtet und sind voller Vorfreude nach Boppelsen gefahren.

Als wir zu den Katzen gingen, haben wir etwas Eindrückliches erlebt. Paloma, Anouk & Lilli sassen vor der Glastüre, sonst war keine andere Katze zu sehen. Irgendwie haben sie gespürt, dass sie abgeholt werden, der berühmte 6. Sinn zeigte sich!

 

Die Heimfahrt nach St. Gallen war ein besonderes Erlebnis. Über eine Stunde ununterbrochenes Gejammer und Geweine von 3 Katzen. Wir werden diese Fahrt nie vergessen! Wir wissen jetzt, wie sich "Katzenjammer" anhört!

 

Seit ihrer Ankunft ist nun ziemlich genau ein Jahr vergangen und wir möchten hier unsere drei verschiedenen Katzen Paloma, Anouk und Lilli genauer vorstellen.

 

 


Paloma

 

Für Paloma waren die ersten Tage in der neuen Umgebung nicht einfach.

 

 

All die ungewohnten Geräusche und fremden Gerüche verunsicherten sie sehr. Ängstlich zog sie sich immer wieder unters Sofa zurück.

Ihre ersten Erkundungen wurden stets mit Lilli gemacht. Wie ein Schatten folgte sie Lilli und fühlte sich dadurch sicherer.

 

In der Zwischenzeit ist aus der ängstlichen Paloma eine sehr anhängliche Katze geworden. Sie verführt uns mit ihrem Körperkontakt zu Streicheleinheiten und geniesst diese sichtlich. Vor allem liebt sie es, wenn sie am Kopf gekrault wird. Sobald sie sich sicher fühlt, ist sie eine richtige "Schmuse-Katze".

 

Trotzdem ist bei Paloma die Angst immer da, sobald etwas neu für sie ist.

 

 

Bei ungewohnten Geräuschen und schnellen Bewegungen reagiert sie sehr vorsichtig und sogar ängstlich. Betreten andere Personen unsere Wohnung, sucht sie sofort Schutz unter dem Sofa. Während unserer Ferienabwesenheit konnte sie deshalb nur unter dem Sofa gefüttert werden.

 

 

 

 

 

Paloma hat ein kleines Handicap, welches jedoch für uns kein Problem ist.

 

 

Durch frühere Krankheiten hat sie vernarbte Tränenkanäle und deshalb immer tränende Augen. Zudem kann sie auch nicht gut miauen und schnurren. Ihr Miauen ist fast ohne Ton und ist eine Mischung aus zischen, fauchen und piepsen. Wir haben aber ihre "Fremdsprache" mit der Zeit kennengelernt. Das Schnurren hört sich eher wie schnarchen an oder kann auch ganz ohne Ton sein.

 

Paloma ist sehr verspielt und jagt gerne Fellmäuse, Hydrokultur-Kugeln und Bälle durch die ganze Wohnung. Ihr Lieblingsspielzeug ist aber der Laserpointer. Keine der Katzen ist so konzentriert wie sie, wenn der rote Punkt aufleuchtet. Sie fixiert diesen und verfolgt ihn mit vollem Körper- und Kralleneinsatz. Nichts kann sie dabei aufhalten.

 

 

Wahrscheinlich trainiert sie mit dem Laserpointer ihren Jagdtrieb, welcher bei ihr stark ausgeprägt ist. Sie kann blitzschnell zugreifen, auch in der Luft. Fliegen und Spinnen haben, zu unserer Freude, in der Wohnung keine Chance.

 

Beim Fressen unterscheidet sie sich von den anderen beiden Katzen. Sie ist eher heikel und hat einen sensiblen Magen. Sie darf auf keinen Fall zu schnell oder zu viel auf einmal fressen.

 

 

 

 

 

 

Paloma scheint es manchmal an Ideen zu fehlen, wo sie sich hinlegen bzw. ausruhen soll. Ist sie unschlüssig, lässt sie sich plötzlich wie ein Sack Kartoffeln fallen und legt sich hin, oder sie vertreibt Lilli von ihrem Platz und nimmt diesen ohne schlechtes Gewissen ein.

 

 

Zudem besitzt sie die Fähigkeit, uns auf dem Sofa den Platz wegzunehmen, sobald wir kurz aufstehen.

 

 

 

 

Paloma, unsere ängstliche und sensible Schmusekatze, würden wir nicht wieder hergeben, denn keine gibt uns so viele "Kuscheleinheiten".

 


Anouk

 

Anouk ist eine kleine, zierliche Katze. Sie sieht aus wie die kleine Schwester von Paloma, ist sie aber nicht.

 

 

Auch sie hatte sich anfänglich unter dem Sofa versteckt, jedoch nur für kurze Zeit. Ihre Neugier lockte sie immer wieder hervor. Zu uns nahm sie dabei aber immer einen Sicherheitsabstand. Wurde dieser zu klein, rannte sie weg.

 

Anfangs suchte sich Anouk immer den gleichen Schlafplatz aus. Ihr Lieblingsplatz hatte sie auf dem Katzenbaum, in der untersten Hängematte, gefunden. Lange gab es für sie nur diesen Platz. Viele Schlafeinheiten wurden dort in den aussergewöhnlichsten Schlafpositionen verbracht.

 

 

Mittlerweilen hat sie auch andere Schlafplätze für sich entdeckt.

 

Anouk ist eine sehr verspielte Katze. Immer wieder fischt sie mit ihren kleinen Pfoten die Hydrokultur-Kügelchen aus den Pflanzen und verteilt sie in der ganzen Wohnung in alle hintersten Ecken. Wie Paloma jagt auch sie gerne Fellmäuse und Bälle. Zudem greift sie nach allem was sich bewegt.

Sie liebt es in Deckung zu gehen und mit ihren Scheinangriffen die anderen Katzen zu necken bzw. zu nerven.

 

 

In ihrer Verspieltheit ist sie manchmal völlig überdreht und rennt alleine durch die Wohnung. Dabei kann sie galoppieren wie ein Pferd. Sie hat wirklich eine ungewöhnliche Gangart, wenn sie rennt.

 

 

Trotz ihrer Neugier und Verspieltheit mussten wir feststellen, dass sie gegenüber uns äusserst ängstlich ist und sich nicht anfassen lässt. Vor allem zeigte sie Angst, wenn wir die Hand entgegenstreckten bzw. mit der Hand entgegenkamen. Wir vermuten, dass sie in ihrem früheren Leben keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte.

 

Im Vergleich zum Anfang hat sie erfreulicherweise grosse Fortschritte gemacht. Ihre Angst ist praktisch weg und man kann sie streicheln.

 

Anouk nimmt im Vergleich zu den anderen beiden Katzen, auf eine andere Weise an unserem Leben teil. Sie kommt z.B. nie zu uns aufs Sofa oder springt auf die Bettdecke. Sie scheint manchmal ein Bisschen abwesend, aber trotzdem glücklich, zu sein. Auf uns macht sie den Eindruck, als ob sie in einer Traumwelt leben würde, so wie "Alice im Wunderland".

 

Wenn das Fressen zubereitet wird, streicht sie nicht wie Lilli oder Paloma um unsere Beine. Sie ist viel wilder und wirft sich mit dem ganzen Körper gegen uns, begleitet von einem lauten miauen, fast schreien.

 

Zwischendurch interessiert sich Anouk fürs Fernsehen. Wir haben schon lustige Momente erlebt, als sie von einem Hund weit weg rannte und sich versteckte. Sie war auch schon sprungbereit, als Vögel am Bildschirm erschienen sind.

 

 

 

Die kleine Anouk ist ein grosser Fan vom Aquarium geworden.

 

 

Fast täglich sitzt sie davor und beobachtet die Fische ganz genau. Besonders die "Putzfische", welche an der Scheibe kleben, haben's ihr angetan. Zielgenau und ziemlich wild wird auf die Scheibe geklopft um diese zu fangen.

Mancher Fisch war schon nahe an einem Herzinfarkt, als Anouk blitzschnell angegriffen hat.

 

 

 

 

Anouk, unser neugieriges Schlitzohr, macht uns mit ihrer Fröhlichkeit und Unbekümmertheit sehr viel Freude. Wir sind gespannt, wie sie sich entwickeln wird.

 

 

 

 


Lilli

 

Lilli, die Halb-Perserkatze, unterscheidet sich nicht nur äusserlich von den anderen beiden Katzen, sondern auch ihr Verhalten war zu Beginn völlig anders.

 

 

Sie zeigte am ersten Abend überhaupt keine Anzeichen von Angst und war absolut an allem interessiert. Jeder Winkel wurde begutachtet, ständig wurde ein neuer Sitzplatz gesucht, etwas getrunken, Katzengras gefressen, etc..

Wir hatten das Gefühl, dass sie alles am gleichen Abend erleben musste.

 

In den ersten Tagen hat sie sich immer wieder zu uns gekuschelt, als wir vor dem Fernseher sassen und hat uns damit völlig überrascht.

 

Lilli ist eine äusserst freundliche Katze. Sie begrüsst uns immer, zu jeder Tages- oder Nachtzeit, wenn wir nach Hause kommen. Sie verlässt dafür sogar ihren Schlafplatz.

Dies macht sie auch bei fremden Personen. Sie würde wahrscheinlich auch einen Einbrecher begrüssen.

 

Sie liebt es, unsere Einkäufe zu inspizieren. Dabei muss in jede Tasche geschaut und geschnüffelt werden. Sie schaut wahrscheinlich nur, ob wir etwas zu (fr)essen gekauft haben.

 

 

Lilli ist nämlich eine äusserst verfressene Katze, die kein Sättigungsgefühl kennt.

Wir müssen sie deshalb immer unter Kontrolle haben, wie viel sie frisst und vor allem dürfen wir nicht auf ihr Betteln eingehen.

 

 

 

 

 

Auch ist es nicht ratsam, etwas Essbares unbeaufsichtigt stehen zu lassen, wenn Lilli in der Nähe ist.

 

 

Anfänglich haben wir den Fehler gemacht, beim Essen die Butter oder den Parmesan kurz unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Blitzschnell nutzte sie die Gelegenheit und sprang auf den Esstisch um an diesen Köstlichkeiten zu lecken. Auf unsere Ermahnung hin hatte sie nur ein genüssliches Lecken an der Schnauze übrig.

Sie hat auch schon das Fleisch vom Brot gestohlen, welches bereit stand. Sie nutzt wirklich jede Gelegenheit, obwohl sie weiss, dass sie es nicht darf.

Einmal ist sie mit ihrer Nascherei ziemlich erschrocken, da sie den Teller mit der scharfen Chilli-Sauce leckte. Es dauerte eine ganze Weile bis sich ihre Schnauze beruhigte und sie nicht dauernd das Fell zum Neutralisieren lecken musste.

Sie hat aber davon nichts gelernt.

 

Wir sind uns sicher, dass Lilli Sensoren, ähnlich wie Antennen besitzt, welche ihr jedes Rascheln oder Öffnen eines Lebensmittels signalisiert. Sie kann noch so tief schlafen, sobald wir in der Küche etwas zubereiten, sitzt sie wie von Geisterhand neben einem und bettelt. Es scheint, sie hat in unserer Wohnung Geheimgänge gefunden, die direkt zur Küche führen.

 

Im Gegensatz zu den anderen Katzen ist das Spielen nicht so ihre Lieblingsbeschäftigung. Sie mag es lieber gemütlich und bevorzugt das Schlafen.

 

Falls sie trotzdem einmal spielt, reichen ihr maximal 3-4 Minuten am Tag, wobei maximal 2 Minuten am Stück.

Wir haben festgestellt, dass wir ihren Spieltrieb mit etwas Katzenminze unterstützen können. Sie ist richtig süchtig danach und wälzt sich in den eingesprayten Spielsachen.

 

Lilli kann auch eine aufmerksame und fürsorgliche Katze sein. Wenn Frauchen oder Herrchen krank sind, verbringt sie fast den ganzen Tag im Bett und pflegt uns mit ihrer Anwesenheit.

 

Lilli hat aber auch eine "dunkle" Seite.

 

 

Praktisch jeden Morgen macht sie Terror,  indem sie heftig an der Tür kratzt (über Nacht dürfen sie nicht ins Schlafzimmer).

Dieses Kratzen wird abwechslungsweise mit lautem Miauen unterstützt und geschieht, sobald der Wecker läutet oder der Hunger zu gross wird.

 

 

 

 

Wir sind froh, dass wir uns auch für Lilli entschieden haben, denn unsere immer hungrige, äusserst liebe und gutmütige Empfangsdame ist jederzeit für eine Überraschung gut.

 

 

 

 

 

 

Unsere 3 Katzen sind sehr verschieden und haben alle ihren eigenen Charakter. Sie vertragen sich sehr gut miteinander obwohl sie keine Geschwister sind.

 

 

Kleine Machtkämpfe gehören zum Alltag und können manchmal zu richtigen Schlägereien ausarten. Doch bösartige Kämpfe sind bis jetzt noch nie vorgekommen. Meistens geht es um die besten Plätze auf dem Sofa oder dem Katzenbaum.

 

 

 

 

Liebe Frau Kern

 

Wir haben sehr viel Freude an unseren 3 Katzen und würden sie nie wieder hergeben. Die 3 Katzen sind wirklich eine ausgezeichnete Mischung.

 

 

Herzliche Grüsse

 

Daniela Reifler & Philippe Gsell