Bianca in Uetikon am See


So, nun nach einem Monat Aufenthalt in meinem neuen Zuhause, kann ich Euch einiges erzählen. Am Anfang war ich mir noch nicht ganz so im klaren was überhaupt mit mir geschah. Eine lange Reise und plötzlich eine ganz neue Umgebung. Noch Stunden nach meiner Ankunft erwartete ich von irgendwoher eine fremde Katze die mich beunruhigt. Aber ausser in einem grossen, braunen Ding sah es nicht danach aus, als ob hier noch irgendeine andere Katze daheim wäre, was mich sehr beruhigte. Ab und zu schau ich schon mal wider zu dem braunen Ding (Backofen) ob die Katze da drin doch mal raus kommt.


Also am Anfang hatte ich noch viel Angst und verlor ganz viele Haare, aber in der Zwischenzeit glaube ich, bin ich hier ganz gut aufgehoben, denn meine Oberkatzen machen eigentlich schön brav was ich will. Besonders gefällt es mir morgens, wenn die Sonne aufgeht, ans Bett zu stehen, dem lieben Oberkater ins Gesicht zu sehen und zu mauzen bis er die Augen aufmacht und mich streichelt. Wenn ich dann immer noch keine Ruhe gebe, bekomme ich ab und zu ein paar Brekkies. Eigentlich möchte ich dann, dass sie aufstehen und mit mir spielen, aber der liebe Oberkater geht immer gleich wieder in sein Körbchen und wenn ich mich dann nochmals hinsetze und das Spiel nochmals von vorne beginne, "faucht" mich die Oberkatze an, dann bleibe ich lieber ruhig und setzt mich ans Fenster und beobachte die Vögel.


Es gibt hier ganz viele Türen die manchmal aufgehen und dann kann ich ganz schnell rein witschen. Dort riecht es anders als bei uns und es sind auch andere Oberkatzen. Die sind aber auch ganz lieb. Vor einer Woche durfte ich bei der lieben Oberkatze unter uns auf die Terrasse, das war schön. Leider haben wir bei uns oben keine, aber wenn ich raus will, darf ich auf die Gemeinschaftsterrasse.


Extra für mich haben dort meine Oberkatzen ein kleines Sofa aufgestellt, da kann ich mich nun im Schatten an der angenehm kühlen Luft räkeln. Heute bin ich, als jemand die Haustüre offen lies, einfach mal raus spaziert. Da standen viele grosse Dinger die komisch riechen und Lärm machen. Danach schlenderte ich weiter und kam in ein Dach wo es ganz fein nach frischen Wald roch. Aber ich glaube ich habe den Bogen etwas überspannt, denn als die Oberkatzen mal nachschauten, wo ich war, wollte ich noch nicht mit. Nein besser gesagt, ich dachte gar nicht daran mitzugehen. Sie riefen meinen Namen, aber ich tat so, als ob ich den noch nie gehört hätte. Ich tat auch so, als ob ich diese Oberkatzen nicht kenne, war ganz scheu und rannte immer davon. Nun, glaube ich, muss ich noch eine Wochen Einzelhaft absitzen. Vielleicht gehe ich von selber zurück, wenn ich das nächste mal draussen bin, vielleicht aber auch nicht. Dass werde ich dann ganz spontan entscheiden.





Copyright S. Schmid 06.06.03